Rudern ist längst nicht mehr nur ein Wettkampfsport für Athletinnen und Athleten auf dem Wasser. In den letzten Jahren hat sich das Rudern, sowohl auf dem Ergometer als auch im Boot, zu einem der beliebtesten Ganzkörper-Workouts entwickelt. Fitnessstudios, CrossFit-Boxen und Home-Gyms setzen zunehmend auf Rudergeräte, weil sie ein effektives, gelenkschonendes und vielseitiges Training ermöglichen. Doch was macht Rudern so besonders? Warum gilt es als einer der effizientesten Wege, Kraft und Ausdauer gleichzeitig zu trainieren?

In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Ruderns ein und beleuchten, welche Muskelgruppen beteiligt sind, wie effektiv das Workout wirklich ist, wie du optimal einsteigst und warum Rudern ein Workout ist, das du langfristig in deinen Trainingsplan aufnehmen solltest.

Rudern – ein effektives Ganzkörpertraining

Eines der größten Missverständnisse über das Rudern ist, dass es sich hauptsächlich um ein Armtraining handelt. Tatsächlich entsteht die Kraft beim Rudern zu 60–70 % aus den Beinen, zu 20–30 % aus dem Rücken und nur zu 10 % aus den Armen.

Damit gehört Rudern zu den wenigen Sportarten, die gleichzeitig:

  • die Beine kräftigen,

  • die Körpermitte stabilisieren,

  • den Rücken stärken,

  • den Oberkörper formen,

  • die Ausdauer verbessern,

  • und die Koordination fördern.

Der Bewegungsablauf ist harmonisch und fließend, sodass alle großen Muskelketten gleichzeitig arbeiten. Diese Kombination macht das Rudern so energieintensiv und effektiv.

Welche Muskelgruppen werden beim Rudern beansprucht?

Beim Rudern sind nahezu alle Muskeln des Körpers beteiligt. Im Detail arbeiten:

Beine und Gesäß

  • Quadrizeps (vorderer Oberschenkel)

  • Hamstrings (hinterer Oberschenkel)

  • Gluteus (Gesäß)

Gerade die Explosivkraft beim Durchzug baut Kraft in den Beinen auf und fördert die Schnellkraft.

Rücken und Schultern

  • Latissimus

  • Trapezmuskel

  • Rhomboiden

  • hintere Schultermuskulatur

Diese Muskelgruppen sorgen für einen kräftigen Zug und eine aufrechte Körperhaltung.

Rumpf und Körpermitte

  • Bauchmuskeln

  • unterer Rücken

  • tief liegende Rumpfmuskulatur

Die Körpermitte stabilisiert den gesamten Bewegungsablauf. Ein starker Rumpf schützt gleichzeitig vor Rückenschmerzen.

Arme

  • Bizeps

  • Unterarme

  • hinterer Deltamuskel

Zwar sind Arme nicht der Hauptmotor, aber sie vollenden die Bewegung und sorgen für den kräftigen Abschluss im Zug.

Fazit zur Muskelbelastung

Rudern aktiviert mehr als 85 % der gesamten Muskulatur, ähnlich wie Schwimmen, aber mit besserer Kraftentwicklung. Dadurch verbrennt der Körper viel Energie, sowohl während als auch nach dem Training.

Warum Rudern so viele Kalorien verbrennt

Durch den Einsatz so vieler Muskelgruppen erhöht sich der Energieverbrauch enorm. Je nach Intensität und Körpergewicht können beim Rudern:

  • 400–600 kcal pro Stunde (Moderates Training)

    700–1000 kcal pro Stunde (Intensives Intervalltraining)

verbrannt werden.

Der hohe Nachbrenneffekt (EPOC) trägt zusätzlich dazu bei, dass der Stoffwechsel auch nach dem Workout erhöht bleibt.

Rudern als Ausdauertraining

Rudern ist ein hervorragendes Cardiotraining, denn:

  • es stärkt das Herz-Kreislauf-System,

  • verbessert die Sauerstoffaufnahme,

  • erhöht die aerobe und anaerobe Kapazität,

  • stabilisiert den Blutdruck,

  • verbessert die allgemeine Fitness.

Dank der individualisierbaren Intensität kannst du sowohl lange Ausdauereinheiten (steady state) als auch intensive Intervalle (HIIT) absolvieren.

Gelenkschonend und risikofrei

Im Gegensatz zu vielen anderen Ausdauersportarten wie Joggen belastet das Rudern die Gelenke nur minimal. Die Bewegung ist fließend, kontrolliert und ohne harte Schläge auf Knie oder Hüfte. Deshalb eignet es sich besonders:

  • für Menschen mit Knieproblemen,

  • für Übergewichtige,

  • für Einsteiger nach Verletzungen,

  • für alle, die schonend trainieren möchten.

So kombinierst du intensives Training mit hoher Sicherheit.

Rudern als Krafttraining

Obwohl viele Rudern primär als Ausdauersport sehen, hat es auch klare Vorteile für den Kraftaufbau:

  • Der kräftige Beinantrieb verbessert Bein- und Gesäßkraft.

  • Der Rücken wird stärker und belastbarer.

  • Die Körpermitte wird durch die ständige Stabilisierung dauerhaft trainiert.

  • Die Zugbewegung kräftigt den gesamten Oberkörper.

Durch die wiederholte Kombination aus Kraft und Ausdauer ist Rudern ein klassisches „hybrides Training“, das sowohl Schnellkraft als auch Kraftausdauer fördert.

Rudergeräte im Vergleich – was ist das richtige für dich?

Falls du Rudern zu Hause integrieren möchtest, stehen dir verschiedene Ergometer-Typen zur Auswahl:

Wasserwiderstand

  • realistisches Gefühl wie auf dem Wasser

  • leises, angenehmes „Wasserrauschen“

  • natürliche Widerstandsprogression

Ideal für alle, die ein authentisches Rudergefühl suchen.

Luftwiderstand

  • Sehr präzise Widerstandskontrolle

  • Perfekt für Intervalltraining

  • häufig im Leistungssport genutzt (z. B. Concept2)

Ideal für ambitionierte Sportlerinnen und Sportler.

Magnetwiderstand

  • extrem leise

  • niedriger Widerstand

  • gut für Einsteiger

Ideal für ruhige Workouts oder kleine Wohnungen.

Die richtige Rudertechnik – in vier Schritten

Viele machen beim Rudern den Fehler, zu sehr mit den Armen zu ziehen. Die richtige Technik ist allerdings klar strukturiert und basiert auf einer festen Reihenfolge:

1. Catch (Auslage)

  • Knie gebeugt

  • Hüfte nach vorne geneigt

  • Arme gestreckt

  • Rücken gerade
    Hier beginnt der Bewegungsablauf.

3. Finish (Endzug)

  • Beine gestreckt

  • Rücken leicht zurückgelehnt

  • Griff knapp unterhalb der Brust

  • Ellbogen nah am Körper

2. Drive (Durchzug)

Reihenfolge:

  1. Beine drücken kräftig ab

  2. Hüfte schwingt nach hinten

  3. Arme ziehen den Griff zum Körper

Wichtig: Der Bewegungsfluss ist explosiv, aber kontrolliert.

4. Recovery (Rückführung)

Die Bewegung wiederholt sich in umgekehrter Reihenfolge:

  1. Arme nach vorne

  2. Oberkörper nach vorne

  3. Beine beugen

Das Tempo ist entspannt, um Kraft für den nächsten Zug zu sammeln.

Trainingseinheiten – so kannst du starten

Für Einsteiger (10–15 Minuten)

  • 3 Minuten leichtes Rudern

  • 5 Minuten gleichmäßig rudern

  • 1 Minute Pause

  • 2 Minuten locker rudern

  • 2–3 Minuten Cooldown

    Für Fortgeschrittene (20–30 Minuten)

    10×1 Minuten Intervalle:

    • 1 Minute intensiv

    • 1 Minute locker

    • Gesamt: 20 Minuten

    Für Profis (30–45 Minuten)

    Langer, gleichmäßiger Rhythmus:

    • konstant bei 20–24 Schlägen pro Minute

    • Herzfrequenz im aeroben Bereich

    • gleichmäßige Kraftentwicklung

    Die Vorteile für den Alltag

    Rudern verbessert nicht nur Kraft und Ausdauer, sondern wirkt sich auch positiv auf den Alltag aus:

    • eine stärkere Haltung

    • weniger Rückenschmerzen

    • mehr Energie

    • verbesserte Kondition

    • besserer Schlaf

    • höhere Stressresistenz

    • effizientere Fettverbrennung

    Der Sport vereint körperliche und mentale Vorteile und das bei geringem Verletzungsrisiko.

    Rudern für mentale Gesundheit

    Viele Sportarten helfen dabei, Stress abzubauen, doch Rudern hat eine besonders meditative Wirkung:

    • der gleichmäßige Bewegungsrhythmus sorgt für Entspannung

    • der Fokus auf Atmung und Technik schärft die Konzentration

    • der monotone, beruhigende Bewegungsfluss wirkt fast wie Meditation

    Besonders Outdoor-Rudern auf Seen oder Flüssen hat einen großen Einfluss auf das emotionale Wohlbefinden.

    Fazit – Warum du Rudern unbedingt ausprobieren solltest

    Rudern ist eines der vielseitigsten und effektivsten Workouts überhaupt. Es:

    • trainiert den gesamten Körper,

    • schont die Gelenke,

    • stärkt Herz und Muskeln zugleich,

    • verbrennt enorm viele Kalorien,

    • eignet sich für jedes Fitnesslevel,

    • lässt sich perfekt zu Hause oder im Fitnessstudio durchführen.

    Ob du Muskelkraft aufbauen, Gewicht verlieren, deine Haltung verbessern oder einfach ein effizientes Ganzkörper-Workout suchst, Rudern bietet dir all das in einer einzigen, fließenden Bewegung.

    Wenn du eine Sportart suchst, die du langfristig durchführen kannst, die motiviert, flexibel ist und sichtbare Ergebnisse liefert, dann ist Rudern die perfekte Wahl.

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